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Spielbesuch in Regensburg – erste Runde DFB-Pokal

Am vergangenen Wochenende machten sich 17 junge Erwachsene gemeinsam mit dem Kölner Fanprojekt auf den Weg nach Dachau, um dort die KZ-Gedenkstätte zu besuchen. Im Rahmen einer intensiven Führung erhielten die Teilnehmenden einen tiefen Einblick in die Geschichte des Nationalsozialismus, die Mechanismen von Ausgrenzung und Verfolgung sowie die grausamen Bedingungen im Konzentrationslager Dachau. Besonders eindrücklich waren die persönlichen Schicksale, die in der Ausstellung und auf dem Gelände sichtbar wurden.

Im Anschluss fand eine gemeinsame Reflexionsrunde statt. Hier hatten alle die Möglichkeit, ihre Eindrücke und Gedanken zu teilen, Fragen zu stellen und das Gesehene einzuordnen. Deutlich wurde, wie wichtig es ist, sich aktiv mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen, um Verantwortung für die Gegenwart und Zukunft zu übernehmen.

Erinnerungsarbeit im Fußballkontext

Als sozialpädagogisches Fanprojekt sehen wir es als unsere Aufgabe, Jugendliche und junge Erwachsene nicht nur in ihrem Fan-Sein zu begleiten, sondern ihnen auch Räume für politische und gesellschaftliche Bildung zu eröffnen. Fußball ist dafür ein besonders geeigneter Kontext: Die Stadien sind Orte, an denen viele verschiedene Menschen zusammenkommen – Orte, die für Gemeinschaft, Emotion und Identität stehen. Gleichzeitig sind es Orte, an denen Ausgrenzung, Diskriminierung oder rechte Ideologien immer wieder sichtbar werden.

Auch deshalb ist es wichtig, Erinnerungsarbeit mit Fußballfans zu verbinden:

  • um deutlich zu machen, dass Rassismus, Antisemitismus und Ausgrenzung keine Meinung, sondern eine Gefahr für unsere Gesellschaft sind,
  • um zu zeigen, dass Fußball für Vielfalt, Respekt und Solidarität stehen kann,
  • und um junge Fans darin zu stärken, selbstbewusst für diese Werte einzustehen.

Ein Mittel der Erinnerungsarbeit ist die von uns konzipierte Ausstellung „Flucht, Migration, Fußball“. Sie vermittelt Biografien von geflüchteten Profi-Fußballern und bietet so einen einprägsamen Eindruck, inwiefern geflüchtete Menschen ein Teil unserer Gesellschaft sind.

Fahrten wie die nach Dachau bieten eine besondere Möglichkeit, Geschichte erfahrbar zu machen und anschließend die Brücke in die eigene Lebenswelt – die Fankultur – zu schlagen.

Gemeinschaft erleben – vom Gedenken ins Stadion

Nach dem intensiven Tag in Dachau ging es für die Gruppe weiter nach Regensburg. Dort übernachteten wir gemeinsam und nutzten den Abend im Biergarten, um in lockerer Atmosphäre über das Erlebte zu sprechen und den Austausch zu fördern.

Am nächsten Tag folgte der Besuch des DFB-Pokalspiels SSV Jahn Regensburg gegen den 1. FC Köln – no words needed!

Rückblick eines Teilnehmers – Kallendresser Kompakt Fanzine

Einen Rückblick eines Teilnehmers findet ihr auch im Kallendresser Kompakt #148 der Coloniacs Ultras, danke für diese Perspektive:


Fazit

Das Wochenende hat eindrucksvoll gezeigt, wie sich Gedenkkultur, politische Bildung und Fußballleidenschaft verbinden lassen. Erinnerungsarbeit im Fußballkontext heißt für uns: die Vergangenheit verstehen, Lehren daraus ziehen und gleichzeitig positive Erfahrungen von Gemeinschaft, Respekt und Vielfalt zu fördern.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmenden für ihre Offenheit, ihr Interesse und die vielen Gespräche – und freuen uns auf die nächsten gemeinsamen Schritte.